Heidi Hetzer: Engagiert bei der Bertha Benz Challenge
Im Schalensitz Nr. 79
Die Unternehmerin und Rallye-Fahrerin Heidi Hetzer nahm am 10. und 11. September 2011 an der Bertha Benz Challenge auf dem neuen Opel Ampera teil. Bis die rüstige Berlinerin den Wagen mit alternativem Antrieb bekommen hatte, war gar nicht so einfach.
Die 74-jährige hatte bereits vor vielen Monaten bei Opel nach einem Pressefahrzeug für die Challenge für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben nachgefragt. „Der Bertha Benz zuliebe wollte ich unbedingt teilnehmen“, betonte Hetzer gegenüber im schalensitz. „Die war schon immer mein Vorbild“, so die Opel-Händlerin weiter.
Trotz mehrfacher Nachfragen kam von dem Autohersteller keine Zusage. „Ich bin natürlich auch nicht so wichtig“, gab Hetzer zu verstehen. „Erst als ich mit einer Teilnahme auf einem anderen Fabrikat drohte, kam Schwung in die Anfrage“, klärte die Unternehmerin auf. Als ich den Ampera dann am Vorabend der Veranstaltung in Rüsselsheim abholte, fehlte das Ladekabel. Ich habe mir dann eins geliehen“, schmunzelte die engagierte Lady und zeigte sich in Folge bei jedem Interview begeistert: „Die Tankanzeige ist ein Ball – und wenn ich diesen flach halte, verbrauche ich am wenigsten Strom.“
Die Bertha Benz Challenge führte über die originale Route und war politisch stark unterstützt. Gleich bei dem Auftakt der Veranstaltung im Mannheimer Schloss war Theresia Bauer von den E-Mobilitäts-Aktivitäten hauptsächlich der Windreich AG so begeistert, dass sich die baden-württembergische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst selbst ans Steuer eines elektrifizierten Jaguar E setzte und eine ausführliche Proberunde drehte. Auch Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht zeigte großes Interesse an dem Starterfeld mit insgesamt 40 Fahrzeugen. Veranstalter Edgar Becker betonte: „Die Autopionierin und Gattin von Carl Benz fuhr damals keinen Oldtimer, sondern mit dem Benz-Motorwagen das innovativste Fahrzeug seiner Zeit. Und auch an der Bertha Benz Challenge werden die innovativsten Fahrzeuge unserer Zeit teilnehmen.“
Highlight war der auf Basis eines Jaguar E von 1961 gebaute „Windreich E“ (Startnummer 6). Die Windreich AG schenkte dem legendären Sportwagen einen konsequenten Blick in die Zukunft und macht dessen Kürzel „E“ zum Programm. Die Ikone von 1961 bekam einen hochmodernen Elektroantrieb implantiert. Die Ladeenergie wird selbstverständlich C02-frei durch Windenergie erzeugt.
Wilfried Kretschmann und die politische Führung des Autolandes Baden-Württemberg bekennen sich zur neuen, umweltgerechten Auto-Mobilität. Deshalb hat der Ministerpräsident die Schirmherrschaft der Bertha Benz Challenge übernommen. Zudem nahmen die baden-württembergische Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs und die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer persönlich an der e-Challenge teil. Ministerin Krebs betonte bei Ihrer Rede im Schloss Bruchsal : „ Wir wollen Baden-Württemberg zu einer Pionierregion für nachhaltige Mobilität machen.“
Heidi Hetzer wurde als Tochter des Unternehmers Siegfried Hetzer geboren, der 1919 in Berlin einen Victoria-Fahrzeughandel gegründet und ab 1933 als Opel-Autohaus geführt hatte. Ab 1954 erlernte sie den Beruf der Kfz-Mechanikerin im Familienbetrieb. Nach einem Versuch, sich mit 21 Jahren selbständig zu machen, arbeitete sie wieder im väterlichen Betrieb. Mit 31 Jahren übernahm Heidi Hetzer nach dem Tod des Vaters im Jahr 1969 das Unternehmen mit Sitz in Berlin-Charlottenburg, das sie zu einem der größten Autohäuser Berlins ausbaute und bis heute leitet. Durch die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise im Herbst 2008 in Schwierigkeiten geraten, musste Hetzer die Schließung einer Filiale ankündigen.
Im Jahr 1953 nahm Heidi Hetzer erstmals an einer Rallye teil – auf einem Lambretta-Motorroller. Seither hat sie an einer großen Zahl von Wettfahrten, unter anderem mit Oldtimern aus ihrer Sammlung, teilgenommen und bei Rallyes über 150 Preise gewonnen. Unter anderem nahm sie an den Mille Miglia von Brescia nach Rom und zurück, der Rallye Monte Carlo und 2007 an der Rallye Düsseldorf-Shanghai teil. Bei der Carrera Panamericana in Mexiko und der Tour d’Europe 1989 belegte sie jeweils den dritten Platz. Bei letzterer gewann Hetzer außerdem die Teamwertung mit ihrem Damenteam.
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