Zulassung für Ford Mustang BJ 1966, mit 289 V8 Motor
- gefragt am 17 Nov 16:12 von Norbert1958
- unter den Schlagworten Ford Mustang Oldtimer Zulassung Umbau Technsiches Datenblatt 1966
Wer hat Erfahrung mit Zulassung und welche Umbauten mus sich vornehmen um den Wagen angemeldet zu bekommen. IST MEIN 1. OLDTIMER !!!
Ich habe einen USA Mustang gekauft (nach Bildern und Beschreibung), den ich bis nächstes Jahr bekommen soll (ist im Moment im Container) und ich möchte mich auf das neue Hobby (hoffentlich nicht Abenteuer) vorbereiten. Dabei habe ich mit dem TÜV, bei uns telefoniert und folgende Aussagen bekommen, die ich oder Mustang erfüllen muss. 1.) Technischen Datenblatt muss vorliegen 2.) Scheinwerfer vorne austauschen 3.) Rücklichter über 2 Sicherung 4.) Warnblinker falls nicht vorhanden 5.) Reifen und Felgen, kann aber nur beim Ortstermin (TÜV) geklärt werden. Wer hat Erfahrung, etwas Zeit und kann mir echte gute Tipps geben. DANKE VORAB und Gruß
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Noerschl schrieb am 17 Nov 16:54
Hallo,
wenn deiner wirklich Baujahr 66 ist, nicht Modell 66 hat er bereits einen Warnblinker. Dieser ist allerdings bei uns nicht erlaubt, da er nicht "voreilend" ist. Das heisst in DE muss der Warnblinker auch funktionieren, wenn man auf die Bremse tritt. Der Serienmässige US Blinker gedht aus, wenn man bremst oder den Blinker betätigt. Ferner brauchst du rote Reflektoren hinten, die lassen sich gut an der Stossstange ankleben. Manche TÜVler bestehen auf km/h Markierungen am Tacho bei 30/50/80 und 100 km/h. War allerdings bei mir noch nie ein Thema.....
Bei Fragen einfach melden....
Grüße Nörschl
Jürgen-en-Mustang schrieb am 28 Dec 08:00
1966er Ford Mustang 289 V8
Die Sealed Beam Scheinwerfer sind in D nicht erlaubt, sind aber auch lichtmäßig veraltet, also gegen neu auswechseln.
Rücklichter: stimmt, bei den US-Autos ging Bremse und Blinker auf's selbe Birnchen, beim Bremsen mit Blinker also eine Seite Bremsleuchte, andere Seite Blinker. Da im Vergleich zu den augenlasernden Brems- und Blinklichtern heutiger Autos die roten Lichter an den 1965 - 66er Mustangs sowieso sehr dezent wirken würde ich auf jeden Fall empfehlen Blinker und Bremse zu trennen, selbst wenn Du einen TÜV-Prüfer finden solltest der Dir das aufgrund Ausnahme zulassen würde.
Blinker geht oft auch recht langsam. Mir würde das zwar besser gefallen (wirkt lässig) aber für die Wirksamkeit ist es besser wenn der Takt dem hier üblichen entspricht, sonst meint manch einer Du spielst nur mit den Lichtern und rumpelt Dir ungebremst ins Auto. Dazu und für stärkere Birnen musst Du den Blinkergeber wechseln. Nicht schön aber eben wegen dem genannten Intensitätsunterschied zu heutigen Autos wäre heute auch ein drittes Bremslicht in der Heckscheibe. Besser als eines Tages beim Ampel anbremsen ein Knall im Heck und ein verdutzter xy-Fahrer der schwört Dein Bremslicht hätte nicht funktioniert.
Warnblinkanlage musst Du auf jeden Fall auch gegen neu wechseln.
Die vorderen Blinker-Gläser müssen eventuell gelb gefärbt werden, falls Du keinen gnädigen Prüfer findest der die weißen Blinker auf Ausnahmeregelung zulässt.
Noch ein paar sonstige Bemerkungen übrigens:
Vorsicht mit den Bremsen! Viele US-Mustangs, auch Smallblock V8, hatten damals noch Trommelbremsen rundum. Manche ohne, manche mit Servo. Die Trommelbremsen haben Selbstnachstellung, die aber nur dann richtig funktioniert, wenn die Teile sauber und gut gängig sind. Da das bei vielen normal-gebrauchten Autos nicht der Fall ist werden die Bremsen ungleich nachgestellt und mit der Zeit auch die Bremstrommeln ungleich verschlissen. Es ist sehr schwer solche Bremsen annähernd auf die vom TÜV verlangte Gleichmäßigkeit hin zu trimmen, selbst mit neuen Belägen und eng eingestelltem Spiel Belag - Trommel. Da müssen eventuell alle Trommeln ausgedreht werden, wodurch sie dann wieder zu groß im Durchmessern werden können. Dann ist die Auflage neuer Bremsbacken unvollkommen, das würde erst besser wenn die Backen durch Bremsen mit der Zeit eingeschliffen sind. Da sie für normalen Betrieb sehr verschleißfest sind dauert das aber und ist nicht mit ein paar scharfen Bremsproben auf dem Werkstatthof hinzubekommen. Außerdem würden solche scharfen Bremsübungen nur ein anderes Verschleißbild erzeugen was dann auf der TÜV-Trommel oder im Alltag doch keine gleichmäßige Wirkung ergibt.
Zu beachten ist auch: indem das Spiel Backen - Trommel sehr eng eingestellt wird kann die Gleichmäßigkeit verbessert werden. Es braucht aber ein Mindestmaß, sonst fangen die Bremsen an zu schleifen wenn sie sich erwärmen weil sich im Betrieb die Backen mehr ausdehnen als die Trommeln (werden besser gekühlt). Wenn die Bremsen aber nicht mehr einwandfrei lösen dann geht das in einen selbstverstärkenden Kreislauf. Also den einwandfreien Freilauf / die Erwärmung nach dem Einstellen mehrmals prüfen.
Sicher will niemand schief ziehende Bremsen, aber die heute gewohnte hohe Gleichmäßigkeit von modernen Scheibenbremsen ist mit diesen alten Bauarten nicht zu erreichen. So ein Auto ist ja kein Porsche Turbo, sollte es auch nie sein.
Falls Scheibenbremsen vorn:
Die sind vom Floating Caliper Typ, das heißt die Bremszange rutscht in ihrer Führung millimeterweise herüber um beide Bremsbacken an die Scheibe anzudrücken. Auch hier wieder: das geht nur dann ordentlich, wenn die Teile ordentlich gewartet sind, der Caliper auch tatsächlich frei beweglich ist und in der Führung vorzugsweise fast spielfrei aber leicht beweglich gleiten kann. Da alles offen dem Straßenschmutz ausgesetzt ist kannst Du Dir vorstellen dass das bei einem Auto das nur gefahren aber nicht gepflegt worden ist nicht mehr der Fall sein wird.
Anmerkung: Ich hatte einmal für einen Bekannten die Bremsen an seinem Jeep Wrangler gängig gemacht. Der Junge meinte: ist ja ein Jeep, da kann ich ohne Bange im Winter fahren. Ja, schon, aber etwas minimale Wartung braucht auch ein Jeep! Das Salz hatte die Caliper so fest fressen lassen, dass die Bremsen immer schliffen, und zwar nicht wenig. Er hatte sich dann gewundert dass der Motor nicht mehr richtig zog (4,2 ltr !!). Also, ich machte die Bremsen wieder gängig, wechselte die Beläge, aber als ich ihm sein Auto zurück gab schärfte ich ihm ein sofort die Bremsscheiben wechseln zu lassen: die hatten schon Anlassfarben und sogar Anrisse (!!) vor Überhitzung.
Ich malte ihm drastisch aus was passiert wenn eine Scheibe brechen sollte, aber als ich ihn nach einer Woche wieder sah und fragte „Na, neue Scheiben?“ war die Antwort natürlich nee, es fährt und bremst jetzt wieder ganz prima.
Genau darum sind US-Autos zwar so robust gebaut aber ich möchte dringend davon abraten so etwas nachzumachen, ein durch Bremsversagen ausbrechendes Auto ist kein Spaß für niemanden.
Bei meinem Mustang hatte ich die Caliper und Führungen eingeschliffen und sparsam mit Molykote-Paste und eingeriebenem M-Pulver behandelt. Aber wirklich sparsam, es wäre nicht hilfreich wenn überschüssiges Fett bei betriebswarmen Bremsen auf die Beläge rinnen würde. Ergebnis auf dem Prüfstand: Bremswirkungs-Unterschied links rechts kleiner 2 %, das ist für diese Bremsen-Bauart sehr gut und bedeutet in der Praxis absolute Spurtreue auch bei scharfem Bremsen. Da ich nicht 10 x hintereinander Vollbremsungen aus Höchstgeschwindigkeit hinzulegen pflegte, so wie das auto motor und sport bei Testwagen macht, waren damit die Bremsen für mich im Fahrbetrieb einwandfrei und allen Ansprüchen gewachsen.
Aus all dem kannst Du schon erkennen dass Ford beim Mustang mehr an Sunny California gedacht hat als an Winter in Germany.
Einzig dem 298er V8 ist das Wetter egal, wenn ordentlich gepflegt, der Vergaser sauber eingestellt, die Zündkerzen in Ordnung und der Motor mit einem guten, nicht zu dünnen Öl versorgt dann läuft der 289er stets zuverlässig und seidenweich und verträgt auch schnelle Langstreckenfahrt (im vernünftigen Maße) solange nur nicht die Öltemp zu hoch wird. Der einsetzbare Drehzahlbereich liegt etwa zwischen 1500 bis 5000 U/min. Bei deutlich langsamerer Drehzahl würde ich den Motor vorsichtig belasten, der Öldruck wird dabei zu niedrig, höher Ausdrehen ist möglich aber wenig sinnvoll. Wichtig ist, zu prüfen ob es im Motor Ablagerungen von Ölschlick gibt. Die können Ölpassagen verlegen, die harmloseste Auswirkung sind dann tickernde Ventile weil die hydraulischen Lifter nicht mehr ordentliche Ölzirkulation haben. Andersherum: hört man Ventile klappern (helles ticken) dann ist der Ölkreislauf behindert, der Motor darf nicht belastet werden solange das nicht abgeklärt und beseitigt ist. Einen ersten Eindruck gibt ein Blick auf die Zylinderköpfe bei abgenommenen Ventildeckeln.
Mit 289er und Automatik sollte ein Mustang bei normaler Fahrweise etwa 13 – 15 ltr / 100 km verbrauchen. Durch falsch eingestellte aber auch verschlissene Vergaser und schlecht eingestellte Zündung kann der Verbrauch deutlich ansteigen, das sollte nicht toleriert werden da sich dann starke Verbrennungsablagerungen an Kolben, Brennräumen und Ventilen bilden. Ist die Kompression ungleichmäßig hat der Motor möglicherweise schadhafte Kolbenringe oder Ventile. Undichte Zylinderkopfdichtung ist an sich untypisch, würde sich meist im Ölbild zeigen. Übermäßiger Verschleiß oder überwundene Standschäden zeigen sich auch in relativ gleichmäßig schwacher Kompression, der Motor ist „müde“. Ist der Motor gesund, dann ist von mechanischen Geräuschen so gut wie nichts zu hören und zwar weder im Leerlauf noch beim Gas geben am Vergasergestänge. Abgesehen von Nebenaggregaten eventuell. Alles was am Motor selber eventuell tickt, pocht oder rumpelt ist nicht in Ordnung.
Trotz der hydraulischen Lifter und daher stets minimalem Ventilspiel würde ich bei einem Motor mit hoher Laufleistung auf jeden Fall in Betracht ziehen die Ventile gegen neu zu wechseln und einzuschleifen. Dazu sollten dann vorzugsweise auch die Kolbenringe gewechselt werden. Nicht nur gibt das eine gute und gleichmäßige Kompression, man ist auch auf der sicheren Seite.
Bei einem Bekannten hatte ein ausgebrochenes Stückchen eines Auslassventiltellers an einem Zylinder eine rd 1x 2 mm tiefe / breite Nut eingeschabt. Der 302 Motor war dabei im Übrigen klaglos gelaufen, nur gab es immer einen unerklärlichen Öldruckabfall wenn mal mit anhaltend viel Gas gefahren wurde. Als Grund stellte sich heraus dass durch diese Nut der Verbrennungsdruck wie mit einer kleinen Stichflamme auf das Öl in der Ölwanne schoss und es aufschäumte wie die Milch an der italienischen Cafemaschine. Da Schaum komprimierbar ist brach der Öldruck zusammen sobald genug aufgeschäumt war das es in die Ansaugung der Ölpumpe geriet. Fies war, dass diese Nut nicht bis ganz oben in der Zylinderwand ging weil sich das Stück mit Gewalt am Kolbenboden vorbei gezwängt hatte. So war der Schaden nicht einmal mit abgenommen Köpfen sofort zu sehen gewesen, erst als ich die Kurbelwelle durchdrehte und der beschädigte Kolben sich senkte trat der Schaden hervor. Und damit war der Bekannte nun zwei Jahre lang gefahren!
Soviel zu den Gesundheitsreserven des Ford Smallblock.
Schönes Fordfahren wünscht
Jürgen
Gast schrieb am 18 Feb 14:11
Hi, ich habe mir aus den USA einen 65er C-Kode Fastback besorgen lassen.
Wie kann man den 289er mit ca.200PS auf die gleichen Werte wie den 289er mit 271PS bringen? Und mit welchen Kosten kann ich damit rechnen? Gruß
hackimunga schrieb am 21 Feb 20:00
Also bvor du sofort den ganzen Wagen zur Zulassung auseinanderbaust gibt es erst mal für die H-Zulassung und für die Vollabnahme folgenes zu tun:
Thema Datenblatt -> normalerweise reicht eine Kopie eines gleichen in Deutschland zugelassenen Fahrzeuges oder du hast einen guten Tüv-Onkel- die haben eigendlich die erforderlichen Datensätze in ihrem Computersystem.
Thema Beleuchtung: Streuscheiben der Hauptscheinwerfer müssen erneuert werden. Genauso muss eine funktionierende Warnblinkanlage verbaut sein.
Ausserdem noch Standlichtbirnen in Weis (normalerweise in den neuen Hauptscheinwerfern enthalten) und die Blinker vorne müssen gelb sein.
Refektoren in Rot hinten aufgeklebt und das war`s..... (jedenfalls bei mir)
Andere Umbauten (ich geh mal davor aus das der Wagen ziemlich original ist) wie z.B. rote Blinker hinten, muss du eigendlich nicht machen (da vor 68 gebaut).
Technisch muss er natürlich in Ordnung sein. (wie er halt 66 vom Band gelaufen ist)
Ich würde mir jedenfalls eher eine Hand abhaken als mir in mein schönes Auto ne dritte Bremslechte reinzukleben........!!!!!
Viel Spass mit deinem Neuerwerb - wird schon glattgehen!
Gruss
stude schrieb am 22 Feb 17:59
Datenblatt - auch für H-Zulassung - bekommst Du unter Angabe von Baujahr und VIN-Code (Fahrgestell#) bei datenblatt@tuev-sued.de
Zu den Umbauten - siehe oben .......
stude schrieb am 22 Feb 18:02
Hallo Gast vom 18.02.
Leistung findet man immer :-)
Vergaser, Ansaugbrücker, Fächerkrümmer,
andere Nockenwelle und Kipphebel,
kopfbearbeitung mit größeren Ventilen und porten,
etc. etc.
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